Historie und Wandel von Schloss Drachenburg
Von der spektakulären Errichtung im 19. Jahrhundert über drohenden Verfall bis hin zur meisterhaften Restaurierung: Erfahren Sie, wie Schloss Drachenburg zu dem einzigartigen Kulturjuwel wurde, das es heute ist.
Das 19. Jahrhundert
Eine Ikone entsteht
Inmitten des Siebengebirges, dem faktisch ältesten Naturschutzgebiet Deutschlands, ließ Baron Stephan von Sarter in den Jahren 1881 bis 1884 sein pittoreskes Schloss als privaten Wohnbau errichten.
Drei Architekten, 20 ausführende Fachfirmen und 24 Künstler waren am Bau beteiligt. Das öffentliche Interesse an der imposanten Gründerzeitvilla war groß, entstand sie doch auf halber Höhe des Drachenfels, welcher Sinnbild der Rheinromantik und bereits im 19. Jahrhundert beliebtes Ausflugsziel von Touristen war. Schon kurz nach Fertigstellung des Schlosses lobten zahlreiche Kunst- und Architekturkritiker das künstlerische Niveau und die bautechnische Ausführung der Drachenburg.

Das 20. Jahrhundert
Gegen den Verfall
Im Laufe des 20. Jahrhunderts entging Schloss Drachenburg nur knapp seiner Zerstörung. Zahlreiche Eigentümer- und Nutzerwechsel, Kriegsschäden und Vandalismus hinterließen ihre Spuren. 1986 wurde das Schlossensemble schließlich unter Denkmalschutz gestellt.
Drei Jahre später erwarb das Land Nordrhein-Westfalen das Ensemble für 8 Millionen DM und übertrug es der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, um es zu sichern und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Das 21. Jahrhundert
Restaurierung und Rekonstruktion
Bei der Übernahme war der bauliche Zustand katastrophal, kostbare Originalsubstanz jedoch so umfangreich erhalten, dass eine Sanierung und Restaurierung des einzigartigen Originals für alle Beteiligten möglich und geboten schien.
Die denkmalgerechte Wiederherstellung erfolgte in enger Kooperation mit dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Königswinter. Zu Beginn fanden sorgfältige Voruntersuchungen statt, aus denen die Planer ein umfangreiches Gutachten erstellten.
Nach ersten Notsicherungsmaßnahmen begannen die Arbeiten mit der Sanierung der großen, als Fundament dienenden Terrasse. In weiteren Bauabschnitten wurden der Nordturm, die Kunsthalle und schließlich der Wohntrakt mit seinen aufwändigen Innenräumen sorgsam restauriert und nach historischen Quellen rekonstruiert.
An der äußerst komplexen Gesamtmaßnahme waren insgesamt mehr als 30 Institutionen, 65 Planungsbüros und Sachverständige sowie rund 270 Firmen und Handwerksbetriebe beteiligt. Rund 3.500 Personen ließen in 20-jähriger Tätigkeit ein einmaliges Ensemble der Gründerzeit wiederauferstehen.

